Ubud a real lovestory … oder warum ich Ubud so liebe

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Im Sommer 2015 war ich zum ersten Mal auf Bali und hatte mir eine Unterkunft in Ubud gesucht.  Bei diesem ersten Besuch habe ich mich von Tag eins an unsterblich in dieses kleine Örtchen, seine Natur und vor allem seine Menschen verliebt und war seit dem insgesamt ungefähr 8 Monate dort.

Viele Besucher sind hier auf der Durchreise und bleiben meist nur ein paar Tage. Das Fazit dieser wenigen Tage lautet oft: zu laut, zu voll, zu wenig Natur und viel zu viele Touristen. Auf den ersten Blick betrachtet stimmt diese Einschätzung.

Ubud Mainroad

Ich erinnere mich noch genau an meinen ersten Tag hier. Meine Unterkunft lag etwas außerhalb vom Zentrum und als ich zum ersten Mal von meiner kleinen, ruhigen Seitenstraße auf die Mainroad traf, hat es mich förmlich erschlagen.

Da war von allem zu viel vorhanden … zuviel Autos, zuviel Roller und zuviel Touristen. Aber wie gesagt, das war der erste Eindruck. Die Masse an Touristen kommt in den Monaten Juni bis September.

Wenn man sich ein bißchen mehr Zeit nimmt und Ubud genauer erkundet, dann kann man soviel mehr entdecken. Ich habe noch keinen Menschen getroffen, der danach nicht zumindestens ein bißchen in Ubud verliebt war.

Hier also meine Tipps, was Du so in und um Ubud unternehmen kannst, um die schönste Seite kennen zu lernen – und diese Liste ist absolut nicht vollständig.

 


Durch die Straßen schlendern und kleine Wege erkunden

Ubud hat 3 Haupt- oder Geschäftsstraßen; das ist die Jalan Raya Ubud (Ubud Mainroad), die Jalan Hanoman und die Jalan Monkey Forest. Auf diesen 3 Straßen findest Du alles was das Herz begehrt, Shops, Restaurants, Cafés und natürlich den Ubud Market.

Abseits davon gibt es aber in jeder kleiner Seitenstraße so viel zu entdecken und manchmal stehst Du, eh Du es Dich versieht, mitten in grünen Reisfeldern.


Die Natur rund um Ubud herum

Egal in welche Richtung Du läufst, irgendwann landet man immer in Reisfelder. Und die sind oft keinen Kilometer vom quirligen Ortskern entfernt.


Ubud Market

Ubud Market liegt genau an der Jalan Raya Ubud – der Ubud Mainroad. Dieser riesengroße Markt befindet sich teilweise indoor in 2 großen Gebäuden (bis 2016 waren es 3 Gebäude, eins ist davon ausgebrannt) und outdoor auf jeden Quadratzentimeter dazwischen.

 

Vom Sonnenaufgang oder sogar früher bis ungefähr um 8 Uhr morgens wird das Gelände des Ubudmarket von den Locals beherrscht. Hier wird alles verkauft, was in den einheimischen Gärten so wächst und gedeiht.

 

 

 

 

 

 

Ab 10 Uhr gehört der Markt dann Touristen und das Angebot ist entsprechend ausgerichtet, aber ein Besuch lohnt sich alle mal. Dort bekommst Du alles, was das Touristenherz höher schlagen lässt … Souvenirs, Bilder, Kleidung, Schmuck, usw.

Willst Du Dir aber die Marktstände innerhalb der Gebäude angucken, solltest Du frei von Platzangst sein. Es ist schon sehr, sehr eng und teilweise dunkel dort.

 

 

 


Monkey Forest

Immer wieder zu empfehlen ist ein Besuch im Monkey Forest. Du musst nur von der Mainroad aus die Monkey Forestroad entlang laufen und anhand der ständig wachsenden Affendichte auf der Straße, kannst Du den Affenwald gar nicht verfehlen.

Der Monkey Forest ist ein 12,5 Hektar großer Wald in dem ca. 600 Affen in 5 Familienverbänden leben. Jede Gruppe besteht aus 100 bis 120 Tieren. Die Affen können bis zu 8 kg schwer werden und so ein ausgewachsenes Exemplar flößt schon Respekt ein, erst recht wenn es seine Zähne zeigt.

Oft wird davor gewarnt, dass die Affen so aggressiv sind. Die Affen werden durchaus mal bissig, aber eigentlich nur dann, wenn man ihnen nicht das gibt, was man ihnen versprochen hat. Also ihnen Futter hin hält und dann nicht gibt.

Auf dem Gelände befinden sich 3 Tempel, die in der Mitte des 14. Jahrhunderts erbaut wurden:

  • Der Haupttempel (Pura Dalem Agung) – er ist Shiva gewidmet
  • Der Beji-Tempel (Pura Beji) – er ist Gange gewidmet und ist ein Ort der Reinigung vor Zeremonien
  • Der Prajapati-Tempel (Pura Prajapati) – er grenzt an den Friedhof und ist Prajapati gewidmet.

In der Umgebung des Haupttempels findet man die meisten Affen – sie werden dort auch gefüttert – und dementsprechend auch die meisten Touristen.

Gehst Du aber weiter in den umgebenden Wald hinein, findest Du immer ein ruhiges Plätzchen und auch dort kannst Du ziemlich sicher sein, dass jede Menge Affen Deinen Weg kreuzen werden und eh Du es Dich versiehst, hast Du einen auf der Schulter sitzen.

Der Eintritt kosten für Erwachsene 50.000 Rupiah (ca. 3,00 Euro) und für Kinder 40.000 Rupiah (ca. 2,50 Euro).

 


Tempel und die vielen Zeremonien

In und um Ubud herum gibt es viele Tempel, die Du besuchen kannst. Dazu gehören unter anderem :

Der Pura Taman Saraswati – Lotustempel direkt im Zentrum von Ubud.  Es ist ein wunderschöner Wassertempel mit einem Vorplatz mit Teichen voller blühender rosa Lotusblüten. Ab 19 Uhr finden dort regelmäßig traditionelle Tanzvorführungen statt.

Der Pura Gunung Lebah Temple aus dem 8. Jahrhundert befindet sich am westlichen Ende der Ubud Mainroad und stammt aus der Zeit des historischen Hindu-Priesters Rsi Markandeya. Die historische Figur ist verantwortlich für den Bau der meisten großen Tempel auf der Insel. Der Tempel selbst ehrt die Göttin von Batur. Der Tempelkomplex besteht aus drei Innenhöfen. Den ersten äußeren Hof kannst Du problemlos betreten. Die zwei Innenhöfe sind nur während Zeremonien geöffnet.

Der Ubud Palace oder offiziell Puri Saren Agung, ist ein historischer Gebäudekomplex im Zentrum und war die offizielle Residenz der königlichen Familie von Ubud. Dort findet ebenfalls wöchentliche Tanzvorführungen statt.

So eine Tanzvorführung, egal in welchem Tempel, solltest Du Dir auf keinen Fall entgehen lassen. Schon alleine die farbenprächtigen Kostüme der Tänzer sind absolut sehenswert.

Etwas 15 Autominuten südöstlich von Ubud befindet sich die Goa Gajah (Elephantenhöhle). Sie ist aus dem 10. Jahrhundert und soll mit ihrem einschüchternden Eingang die bösen Geister abhalten. Dieser Haupteingang ist die eigentliche Attraktion, denn die Höhle an sich ist ziemlich klein und in ihr befindet sich eine Ganesha-Statue. Auf dem Gelände befinden sich auch einige Wasserbecken, die erst in den 1950er Jahren ausgegraben wurden.

Unabhängig von den Tempeln vergeht auch fast kein Tag, an dem nicht irgendwo in Ubud eine Zeremonie abgehalten wird. Es ist unglaublich ergreifend zu beobachten, mit welch einer Hingabe die balinesischen Familien ihre Zeremonien vorbereiten und ihre Offerings stolz präsentieren. Ich habe noch kein anderes Land erlebt, wo die Kultur und Religion mit solch einem Selbstverständnis zum täglichen Leben gehört.

 


Wellness / Healing

 

Absolut nicht verpassen solltest Du eine traditionelle balinesische Massage. Entspannung pur. Die Auswahl an Massagestudios ist riesengroß und reicht von einfach (oder auch sehr einfach ausgestatteten) kleinen Lädchen bis hin zu wahren Wellnesstempeln nach westlichem Standard.

Preislich fangen die meisten Angebote schon bei 100.000 Rupiah an, was umgerechnet ca. 6,80 Euro entspricht.

Neben den eher wellnessbasierten Massagen findest Du hier auch jede erdenkliche Form von therapeutischen Massagen, Ayurveda-, Detox- und andere energetische Behandlungen.

Wußtest Du, dass Ubud übersetzt „Heilung“ bedeutet? Aus eigener Erfahrung kann ich das bestätigen. Wenn Du lange genug hier bleibst, zerlegt Dich Ubud in Deine einzelnen Moleküle – aber es bietet Dir auch jede Möglichkeit, Dich wieder zusammen zu setzen.

 


Gesundes Essen

Ich habe noch keinen Ort auf der Welt gesehen, wo es auf so kleinem Raum so ein unglaublich vielfältiges Angebot an gesundem, leckeren Essen gibt, wie in Ubud. Wirklich an jeder Ecke gibt es vegetarische, vegan oder sogar rohköstliche Leckereien. Aber keine Sorge, auch der Fleischesser kommt voll auf seine Kosten.


Yoga 

Etwas, was in Ubud ebenfalls immer und überall present ist, ist Yoga. Ich glaube mittlerweile hat sich Ubud zu einem DER Yogacentren in ganz Asien entwickelt.

Die Zahl der Yogastudios oder -anbieter wächst fast monatlich. Neben dem wohl bekanntesten Yogastudio dem „Yogabarn“ ist mein persönlicher Favorit das „Radiantly Alive“.

Der selbstgewählte Slogan „Come for Yoga, stay for family“ trifft hier voll und ganz zu. Innerhalb kürzester Zeit sind mir wirklich alle Lehrer dort ans Herz gewachsen und ich (und alle mit denen ich gesprochen habe, ebefalls) habe mich sofort gut aufgehoben gefühlt.

 

 

Aber egal für welches Yogastudio Du Dich entscheidest, die Auswahl der angebotenen Yogastile ist fast unüberschaubar. Egal, ob Du eher eine sanftere Richtung oder powervolles Yoga bevorzugst, Du wirst etwas finden.


Graureiher von Petulu

Ein Phänomen, dass es erst seit 1965 in dem Dorf Petula ein paar Autominuten nördlich von Ubud allabendlich gibt.

Jeden Abend gegen 18:00 Uhr kommen tausende von weißen Reihern in das Dorf. Sie schlafen dort und verlassen es am nächsten Morgen wieder. Es wird geschätzt, dass es sich dabei um ca. 15.000 Tiere handelt.

1965 wurde nach einem Putsch die kommunistische Partei verboten und eine gnadenlose Jagd auf deren Anhänger gemacht. Alleine auf Bali wurden über 100.000 Menschen ermordet. In Petula fand nach den Unruhen eine Zeremonie zum Gedenken an die Getöteten statt. Kurz danach kamen die Reiher zum ersten Mal in diesen Ort und niemand weiß, warum sie seit dem jeden Abend zurück kehren. Vorher hat es in der gesamten Region keine Reiher gegeben. Die lokale Überlieferung besagt, dass dies die Seelen der Ermordeten sind.

 


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